Eisenstoffwechsel / Blutbildung

Kurz und Bündig
Eisenmangel hat vor allem diese fünf Gründe:
1) Falsche Ernährung: zu wenig eisenhaltige Lebensmittel, zu wenig Vitamin A und D, gleichzeitiger Konsum von Lebensmitteln welche die Eisenaufnahme hemmen
2) Funktionelle Schwäche oder Organdefekte des Verdauungsapparates: Mangel an Verdauungssäfte (z.B. Verdauungsenzyme), Entzündungen des Magen-Darmtraktes, Lebensmittelunverträglichkeiten
3) Funtionelle Schwäche oder Organdefekte von Leber / Milz: Leber und Milz haben im Eisenstoffwechsel vielfälltige Aufgaben, vor allem die Milz wird in der Wichtigkeit unterschätzt
4) Lebensumstände: Schwangerschaft, viel Sport, Rheuma, schwere Erkrankungen wie z.B. Krebs, Infektionen, Polypen in Darmtrakt…
5) Einnahme von Medikamenten die in irgend einer Weise die Eisenaufnahme behindernMassnahmen siehe ganz unten

Gründe für Eisenmangel

Die Ursachen des Eisenmangels teilen sich in verschiedene Teilaspekte:

  1. Die Ernährung und der Eisenmangel
  2. Der Verdauungsapparat und der Eisenmangel
  3. Der Stoffwechsel und der Eisenmangel
  4. Krankheiten / Lebensumstände und der Eisenmangel
  5. Medikamente und der Eisenmangel

Wenn wir die Gründe für Eisenmangel betrachten wollen, müssen wir ganz von vorne beginnen. Der erste Schritt, wo es zu einem Eisenmangel kommen kann ist die Nahrung selbst.

1) Die Ernährung und der Eisenmangel

Um uns das Problem zwischen Eisen und Ernährung zu vergegenwärtigen, ist es notwendig sich einige Punkte zu vergegenwärtigen.

  • Grundsätzlich ist Eisen aus Fleisch (zweiwertiges Eisen) besser verwertbar als aus pflanzlicher Nahrung. (dreiwertiges Eisen). Demnach ist es selberklärend, dass Vegetarier und Veganer eher gefährdet sind an Eisenmangel zu leiden.
  • Damit dreiwertiges Eisen aus pflanzlicher Nahrung aufgenommen werden kann, müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Den das dreiwertige Eisen aus pflanzlicher Nahrung muss zuerst in zweiwertiges Eisen umgewandelt werden, sonst kann das Eisen die Darmwand nicht passieren. Folgende Bedingungen sind dafür im Bereich Ernährung notwendig: Der Magen muss sauer sein (die Umwandlung passiert nur in saurem Milieu). Zusätzlich ist für die Umwandlung im Magen Vitamin C und / oder die Aminosäuren Cystein und Methionin nötig.
  • Es gibt auch Lebensmittel, welche die Aufnahme von Eisen erschweren. Diese sollten bei einer Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Eisen vermieden werden. Dies sind z.B. Milch, Kaffee, Schwarztee, Grüntee, Rowein, Cola (alle Getränke mit Phosphatgehalt), Rhabarber, Spinat, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte. Das bedeutet aber nicht, dass man diese Lebensmittel grundsätzlich meiden muss!
  • Genügend Vitamin A in der Nahrung führen zu einem verbesserten Blutbild, da diese auf verschiedene Weise die Aufnahme und die Blutbildung verbessern.
  • Auch Kupfer und Vitamin D sind wichtig für die Blutbildung. Vitamin D hemmt die Hepcidinproduktion, welches die Freisetzung aus dem Eisenspeicher im Körper hemmt. Wenn das gespeicherte Eisen nicht freigesetzt werden kann, ist es für den Stoffwechsel auch nicht mehr verfügbar.

→Daraus leiten sich folgende Massnahmen für die Ernährung ab

  • 2-3x in der Woche Fleisch essen (sofern nicht Veganer oder Vegetarier)
  • Für pflanzliche Lebensmittel mit Eisengehalt gilt darauf zu achten, dass gleichzeitig zum Essen Vitamin C eingenommen wird (z.B. 1dl Orangensaft, Tomaten und vieles mehr) oder  Cystein / Methionin haltige Nahrungsmittel wie z.B. Nüsse (vor allem Walnüsse, Paranüsse), Eier, Soja, Erbsen, Sonnenblumenkerne.
  • Schauen Sie, dass Sie zusätzlich Lebensmittel zu sich nehmen welche Vitamin A, D enthalten. Vitamin A haltiges am besten mit dem Eisen einnehmen, da Vitamin A die Aufnahme von Eisen fördert. Eine gute Quelle für Vitamin A und D gleichzeitig ist Lebertran. Kupfer ist wichtig für die Blutbildung, jedoch ist eine extra zufuhr meistens nicht nötig, da ein Mangel selten vorkommt.

2) Der Verdauungsapparat und der Eisenmangel

Wenn die beste Ernährung gewählt wird, die Stoffe aber nicht richtig verdaut und über die Dünndarmschleimhaut aufgenommen werden, fehlen die entsprechenden Nährstoffe trotzdem im Blut.

Anbei eine Auflistung von Problematiken im Verdauungstrakt welche zu Eisenmangel führen.

  • Eine zu schwache Verdauung mit Mangel an Verdauungssäften führt dazu, dass die Nahrung nicht richtig Verdaut resp. zerlegt wird. Durch diese mangelnde Aufschlüsselung der Nahrung kann das Eisen dem entsprechen auch nicht aufgenommen werden. Die Darmwandzellen Produzieren nicht nur Verdauungssäfte, sondern auch andere Stoffe welche für die Eisenaufnahme wichtig sind. Dies ist z.B. die Ferrireduktase. Diese hilft, dass pflanzliches Eisen über den Dünndarm aufgenommen werden kann. Einen weiteren Stoff welche die Darmzellenproduzieren DMT1. Dies ist ein Transportprotein welches Eisen vom Dünndarm in die Dünndarmzellen hinein transportiert.
  • Entzündungen im Darm führen dazu, dass die Darmschleimhaut seine Funktion nicht mehr 100% wahrnehmen kann und zusätzlich mehr Hepcidin in der Leber Produziert wird. Hepcidin führt durch mehr Depoteisen zu Mangel an Eisen im Stoffwechsel.
  • Allergien / Unverträglichkeiten von Lebensmitteln führen zu Funktionsbeeinträchtigung der Darmschleimhaut und damit wieder zu Eisenmangel. Besonders die Glutenunverträglichkeit, führt zum stärksten Eisenmangel.
  • Darmdysbiose: Das Gleichgewicht der Darmflora (Bakterien im Darm) spielt eine zentrale Rolle für eine gesunde Darmwand, als auch für die Aufschlüsselung der Nahrung in deren einzelne Bestandteile. Ausserdem produzieren die Darmbakterien einige Mikronährstoffe sogar selber. Weiter Informationen zur Darmflora hier.

→Daraus leiten sich folgende Massnahme ab

  • Einsatz von Pflanzentinkturen gegen die zu schwache Verdauung. Der Verdauungstrakt wird erwärmt und gleichzeitig alle Verdauungsdrüsen angeregt.
  • Beseitigung der Grundursache wie Darmentzündungen, Darmdysbiose und Allergien / Unverträglichkeiten.

3) Der Stoffwechsel und der Eisenmangel

Dies ist ein Punkt der immer wieder vergessen wird, aber bei allen möglichen Massnahmen welche nicht fruchten sehr wichtig ist.

Wenn man bedenkt, dass 95% des Eisens im Körper nach dem Abbau der roten Blutkörperchen wiederverwertet werden, müssen wir uns Fragen, welches Organ für den Abbau von roten Blutkörperchen da ist und das Eisen dem Körper wieder zur Verfügung stellt. Dies ist allen voran die Milz! Hat die Milz Funktionsstörungen so funktioniert dieser Recyclingprozess nicht mehr ordnungsgemäss und es kann zu Eisenmangel kommen.

Ein weiteres wichtiges Organ für den Eisenstoffwechsel ist die Leber. Hier kommt das frisch mit Nährstoffen angereicherte Blut erst in der Leber an für die zweite „Aufbereitung“ der Nahrung nach dem Darm. Die Leber hat vielfältige Aufgaben rund um das Blut, dass ich hier nicht auf die Details eingehen möchte. Jedenfalls ist eine Störung der Leberfunktion ebenfalls essentiell für ein gutes Blutbild.

→Daraus leiten sich folgende Massnahme ab

Hier stehen Pflanzentinkturen und homöopathische Mittel ganz im Vordergrund um Defizite von Milz und Leber zu beseitigen oder abzumildern. Es werden hier Substanzen gebraucht die Milz und Leber entstauen, die Leberentgiftungsfunktion unterstützen und die Blutbildung allgemein stimulieren.

4) Krankheiten und Lebensumstände und der Eisenmangel

  • Eine starke Menstruation führt unweigerlich zu erhöhten Eisenverlusten durch den Blutverlust.
  • Menschen die sehr intensiv Sport treiben, haben einen erhöhten Eisenbedarf, da durch Schwitzen mehr verloren geht und durch Körperstress der Darm beeinträchtigt ist.
  • Schwangerschaft und Stillzeit brauchen mehr Nährstoffe und damit auch mehr Eisen.
  • Bei Infektionen versucht der Körper das Eisen zu „verstecken“, da viele Parasiten auf Eisen angewiesen sind. Der Körper versucht sich damit zu schützen. Damit steht das „versteckte“ Eisen dem Stoffwechsel nicht mehr zur Verfügung.
  • Chronische Entzündungen im Körper verursachen eine Produktionssteigerung von Hepcidin in der Leber, welches zu mehr Speichereisen führt und so dem Stoffwechsel nicht mehr zur Verfügung steht. Das kann z.B. Rheuma mit chronischer Entzündung sein.
  • Darmblutungen z.B. durch Polypen welche Bluten, können mit der Zeit zu starken Eisenverlusten führen. Hier kann ein Test auf Blut im Stuhl erfolgen. Einen solchen Test können Sie hier bestellen.
  • Schwere Erkrankungen wie Krebs führen bei vielen Menschen zu Eisenmangel. Besonders in Kombination mit Chemotherapie.

→Daraus leiten sich folgende Massnahme ab

  • Beseitigung der Grundursache einer Erkrankung, sofern möglich.
  • Zuführung von zusätzlichem Eisen neben der Ernährung bei erhöhtem Bedarf.

5) Medikamente und der Eisenmangel

Einige Medikamente sind dafür bekannt, dass Sie Eisenmangel begünstigen. Hier die Auflistung von einigen wichtigen Medikamenten mit Wechselwirkungen: Antibiotika (Tetrazykline), Osteoporosemittel wie Biphosphonate, Schilddrüsenhormone und andere mehr. Diese Wechselwirkungen, mit Medikamenten, finden aber nur mit dem dreiwertigen Eisen aus pflanzlicher Nahrung statt!

Die gleichzeitige Einnahme von Magnesium- und/oder Calciumpräparaten führt zu geringerer Aufnahme von Eisen. Das bedeutet auch, dass Multivitamin-Mineralstoffpräparate mit Eisen ungeeignet sind eine Eisenzufuhr durchzuführen. Besser sind spezielle Eisenpräparate.

Auch zu wenig Magensäure durch verordnete Protonenpumpenhemmer (z.B. Pantoprazol diese hemmen die Bildung von Magensäure) oder der intensive Dauereinsatz von Magensäuretabletten wie z.B. Rennie können zu geringerer Eisenaufnahme führen. Die Verdauungskraft wird nämlich dadurch allgemein geschwächt. Zudem braucht es für die Umwandlung von „vegetarischem Eisen“ dreiwertigem Eisen in zweiwertiges Eisen ein saures Magenmilieu.

→Daraus leiten sich folgende Massnahme ab

Sofern möglich suchen einer Alternative zu den genannten Medikamenten. Naturheilmittel können bei Beschwerden in vielerlei Hinsicht helfen Medikamente zu reduzieren oder gar zu ersetzten.

Zusammenfassung von allgemeinen Intensivmassnahmen zu Beseitigung eines Eisenmangels

Wir empfehlen unter dem Strich folgende Massnahmen bei chronischem Eisenmangel:

  1. Ernährungsmassnahmen: 2-3x in der Woche Fleisch essen (sofern nicht Veganer oder Vegetarier), für pflanzliche Lebensmittel mit Eisengehalt gilt darauf zu achten, dass gleichzeitig zum Essen Vitamin C zu sich genommen wird (z.B. 1dl Orangensaft, Tomaten und vieles mehr) oder mit der Mahlzeit Cystein / Methionin haltige Nahrungsmittel wie z.B. Nüsse (vor allem Walnüsse, Paranüsse) oder Eier gegessen werden. Anbei eine Liste von Veganen Lebensmittel mit viel Eisen welche die Eisenaufnahme nicht gleichzeitig beeinträchtigen: getrocknete Aprikosen, getrocknete Feigen, getrocknete Datteln, getrocknete Pflaumen, Pinienkerne, Sasamsamen, Erdnüsse, Cashewnüsse, Mandeln, Haselnüsse, Mandeln, Melasse, Brennesselsuppe (sehr wertvoll, auch als Brennesselpulver erhältlich). Es gibt viele vegane Lebensmittel die einen relativ hohen gehalt an Eisen haben aber gleichzeitig Stoffe beinhalten welche die Eisenaufnahme behindern. Das sind Vollkorngetreide (durch Phytinsäure) und Hülsenfrüchte (durch Lignane). Wenn man Getreide vor der Zubereitung wässern (ca. 1 Nacht) reduziert sich die Phytinsäure massiv. Wenn Brot gegessen wird, dann am besten Sauerteigbrot, da hier ein grosser Teil der Phytinsäure welche die Eisenaufnahme hemmt abgebaut wird. Denken Sie auch daran, dass zum Essen keine Calcium- oder Magnesiumpräparate eingenommen werden sollten.
  2. Einnahme eines guten Eisenpräparates: geeignet sind Nutrexin Eisen, Burgerstein Eisen Plus
  3. Einnahme von Lebertran mit Vitamin A und D: zum Beispiel von Halibut
  4. Einnahme Eines Pflanzenpräparates welches die Milz stimuliert und entstaut, die Leberfunktion unterstützt, die Blutbildung stimuliert die Verdauungssäfte mobilisiert. Hier haben wir eine spezifische Mischung für schwere Fälle entwickelt. Aufgrund des Heilmittelrechts können Sie dieses Präparat nicht in unserem Internetshop kaufen. Bitte nehmen Sie deswegen mit uns direkt Kontakt auf.
  5. Beseitigung der Ursachen gemäss obigen Beschreibungen.

Sinnvolle Labortests bei Eisenmangel

  1. Labor-Test auf Eisenmangel, hier
    Test auf Eisenmangel, d.h. es wird Ferritin (Speichereisen) gemessen.
    Falls ein Verdacht auf Parasiten, chronische Entzündungen (z.B. Rheuma) oder bakterielle Infektionen besteht, sollten die Tests Nr. 3 und Nr. 6 zusätzlich gemacht werden. Die 3 erwähnten Faktoren verusachen, dass der gemessene Ferritin-Wert zu hoch wäre.
  2. Labor-Test auf Blut im Stuhl, hier
    Dieser Test ist sinnvoll bei Eisenverlust durch Blutungen im Darm (z.B. bei blutenden Polypen). Frauen nicht während dem Zyklus testen!
  1. Labor-Test auf Entzündungshinweise im Körper oder akteriellen Infektionen (CRP), hier
    Entzündungen im Körper resp. bakterielle Infektionen führen zu mehr Depoteisen, dadurch kann ein Eisentest zu positive anzeigen. Diesen Test sollte man zusätzlich zum Test Nr. 1 durchführen, wenn der Verdacht auf Entzündungen oder bakterielle Infektionen besteht.
  1. Labor-Test betreffend Darmentzündungen, hier
    Darmentzündungen führen zu Aufnahmestörungen von Mikronährstoffen und somit auch zu Eisenmangel.
  2. Labor-Test auf Glutenunverträglichkeit, hier
    Glutenunverträglichkeit führt zu Eisenmangel.
  3. Labor-Test auf Parasiten, hier
    Erklärung dazu siehe Test Nr. 1
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