Darmflora

römische Statuen

Einführung zur Darmflora

Info: Informationen über eine Darmsanierung und Labortests des Stuhl-Microbioms finden Sie dann hier.

Unter Darmflora verstehen wir die Gesamtheit aller Mikroorganismen die unseren Darm besiedeln. Diese Mikroorganismen, insbesondere Bakterien, müssen in einem bestimmten Gleichgewicht in Dünn- und Dickdarm vorhanden sein. Erst wenn wir realisieren wie viele Funktionen die Bakterien in unserem Darm erfüllen, wird uns bewusst wie wichtig die Darmflora eigentlich ist.

Es ist interessant zu wissen, dass viele Erkrankungen mit der Darmflora in Zusammenhang stehen können. Ja, geradezu unglaublich was man in den letzten Jahren alles herausgefunden hat. So gibt es beispielsweise Studien die Hinweise haben, dass Autismus, Rheuma, kindliches Asthma, Depressionen, neuroimmunologischen und neurodegenerativen Erkrankungen mit der Darmflora zusammenhängen (vollständige Krankheitsliste finden Sie unten im Text).

Als Beispiel für die Zusammenhänge zwischen Darmflora und Erkrankungen ein Beispiel: Um die Funktion der Zellen im zentralen Nervensystem (Mikroglia) zu sichern, werden kurzkettige Fettsäuren benötigt, die von der Darmflora produziert werden. Aber auch Depression können über den Darm positiv beeinflusst werden. Dies durch eine indirekte mikrobielle Regulation von Tryptophan-Metabolismus und Serotoninsynthese über Darmbakterien.

Die Zusammensetzung der Bakterienflora im Darm ist sehr vielfälltig und beinhaltet folgende Bestandteile:

Anaerobe Florabestandteile

– Bacteroidesarten 65 %

– Bifidobakterien 32 %

– Eubakterien 3 %

– Veillonellen unter 1 %

Aerobe oder fakultativ aerobe Florabestandteile

– Escherichia coli 45 %

– Enterokokken 45 %

– Laktobazillen 9 %

– Enterobakteriazeen 1 %

Die Darmflora des Darmes ist im Wesentlichen recht stabil, kann aber über Ernährungsänderungen, probiotische Darmbakterien und Präbiotika (Ballaststoffe d.h. unverdauliche Kohlenhydrate) positiv beeinflusst werden. Siehe dazu Rubrik Darmsanierung.

Welche Komponenten stören unsere Darmflora?

  • Medikamente wie z.B. Antibiotika, Abführmittel, Corticoide, Antibabypille, Protonenpumpenhemmer, Antazida, Motilitätshemmer wie Motilium
  • Ernährung: zu eiweiss-und fettreiche Kost, Mangel an Ballaststoffen, Konservierungsmittel, künstliche Süssstoffe…
  • Stress
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Nahrungsmittelintoleranzen: z.B. Lactose, Histamin, Gluten
  • Darminfektionen: z.B. Darmgrippe, Darmpilzinfektion, Parasiten
  • Ungenügende Verdauungsleistung (z.B. Mangel an Bauchspeicheldrüsensaft, Mangel an Magensäure, Mangel an Gallensäure)
  • Schwermetalle und andere Toxine
  • Rauchen
  • Diverse Darmerkrankungen wir Morbus Crohn etc., aber nicht vergessen werden dürfen Lungen und Nebenhöhlenerkrankungen wie Sinusitis welche toxische Bakterien in den Darm bringen können und auch nach einer Sanierung der Darm immer wieder Probleme machen, solange der Bakterienherd in Lunge oder Nebenhöhlen nicht ausgetrocknet wurde, kann der Darm nicht endgültig saniert werden.

Die Reduktion der Artenvielfalt der Bakterien ist das grösste Problem in unseren Breitengraden

Dies ist bedingt durch die oben erwähnte Komponenten welche die Flora stören. Interessant ist, dass man sagen kann, je vielfältiger die Flora und Fauna in unserer Umgebenden Natur und je natürlicher die Ernährung ist, je grösser wird die Bakterienvielfalt in unserem Darm. So haben Völker welche im Regenwald leben, eine erheblich grössere Vielfalt an Darmbakterien.

So haben wir nicht nur im äusseren ein schlechtes Ökosystem, sondern auch in unserem Inneren.

Neue Studien zeigen, welche Erkrankungen durch eine nicht intakte Darmflora begünstigt oder ausgelöst werden können

  • Adipositas / Übergewicht (bei Übergewicht haben wir einen Spezialtest, welcher feststellen kann, ob das Übergewicht mit der Darmflora zusammenhang steht) / Musterbefund Adipostias
  • Allergische Erkrankungen
  • Asthma
  • Autismus (Es gibt verschiedene Studien, die darauf hinweisen, dass Bakterienungleichgewichte im Darm Autismus begünstigen. Vor allem bestimmte Clostridien scheinen hier eine Rolle zu spielen. Eine Quelle für die Entstehung dieses Ungleichgewichtes sind Antibiotika. Da Antibiotika keinen Effekt auf Bakteriensporen haben, können Clostridiensporen nach Absetzen der Antibiotikatherapie auskeimen und neurotoxische Substanzen freisetzen. Mit dem Test „Molekulargenetik Autismus“ werden die Bakterien untersucht bei welchen der Verdacht besteht auf eine Begünstigung von Autismus.
  • Chronic Fatique Syndrom, Erschöpfungssyndrom (CFS)
  • Chron. entzünd.. Darmerkrankungen
  • Demenz
  • Depression
  • Diabetes mellitus
  • Essstörungen
  • Fibromyalgie
  • Hashimoto
  • Kardiovaskuläre Erkrankungen
  • Osteoporose
  • Kolorektales Karzinom
  • Metabol. Syndrom
  • Mutiple Sklerose (MS)
  • Angsterkrankungen
  • Viszeraler Schmerz
  • Reizdarmsyndrom
  • rheumat. Systemerkrankungen
  • Stress
  • Zöliakie

Die uns unterstützenden Bakterien haben folgende Funktionen (nur ein Auszug an Beispielen):

  • Erzeugung stoffwechselwirksamer Substanzen: Anregung der Darmwandmuskelbewegung zur Nahrungsbrei-Beförderung sowie Nährstoffversorgung im Darm (kurzkettige Fettsäuren, Essigsäure)
  • Bildung von Vitamin B1: wichtig für Stoffwechsel des Nervengewebes und der Sinnesorgane
  • Bildung von Vitamin B2: z.B. wichtig für Wachstum
  • Bildung von Vitamin B5: z.B. wichtig für Stoffwechsel
  • Bildung von Vitamin B6: z.B. wichtig für Eiweissstoffwechsel
  • Bildung von Vitamin B12: z.B. wichtig für Blutbildung und Wachstum
  • Bildung von Folsäure: z.B. wichtig für Bakterienwuchsstoffwechsel
  • Bildung von Vitamin K: z.B. wichtig für Blutgerinnung, Wundheilung
  • Bildung von Vitamin PP: z.B. wichtig für Energiegewinnung, Nervensystem
  • Immunmodulation (Regulation)
  • Immunstimulation (Anregung)
  • Dämpfung überschiessender Immunreaktionen
  • Ansäuerung des Darm-Milieus
  • Produktion von dem Mikrobengleichgewicht dienenden und abtötenden (Wasserstoffperoxid, Schwefelwasserstoff) Substanzen
  • Abbau von Kohlenhydraten
  • Bildet Schutzwall gegen unliebsame Mikroorganismen

Die Anzahl Bakterien in unserem Darm ist gigantisch das, Anzahl 1013 (13 Nullen), sie übertrifft die Gesamtzahl unserer Körperzellen um das Zehnfache. Wenn wir sehen welch unglaublich mannigfaltige Funktionen die Bakterien in unserem Darm haben ist klar, dass eine Störung der Darmflora nur schwer an einzelnen wenigen Symptomen festgestellt werden kann. Das Spektrum der Symptome oder Krankheiten geht über eine erhöhte Infektanfälligkeit, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Vitaminmangel, Blähungen, Müdigkeit usw. Deshalb ist das Darmmilieu bei praktisch allen Krankheiten entscheidend!

Was können wir für eine intakte Darmflora tun?

Siehe dazu den Artikel Darmsanierung hier.

Falls Sie vermuten, dass Sie unter einer Darmflorastörung leiden und etwas dagegen tun möchten, können Sie gerne mit uns Kontakt aufnehmen. Wir führen mit Ihnen unter unserer Anleitung eine massgeschneiderte oder eine allgemeine Darmsanierung durch. Bei eine massgeschneiderten Lösung wird vorgängig Ihr Darmmilieu analysiert. Hier kann festgestellt werden, welche Bakterien dominieren, ob Sie einen geschädigten Darm haben usw. Für eine Darmsanierung ist es nicht zwingend notwendig persönlich die Praxis zu besuchen, wie bei jeder Therapie ist eine persönliche Begegnung jedoch immer von Vorteil. Lassen Sie sich in unserer Praxis Beraten um Ihren Beschwerden auf die Spur zu kommen. → Hier finden Sie unseren Kontakt

Unsere Labortests betreffend Darmflora und Darmfunktion

Bei uns haben Sie die Möglichkeit diverse Labortests betreffend dem Darm durchzuführen zu lassen. Im Testpreis inbegriffen sind jeweils: Testset, Portokosten, Labortestung, Auswertung, Interpretation und Empfehlungen zum Vorgehen.

Einer Übersicht über alle unsere Labortests finden Sie hier.

 

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