Candida / Darmpilz

Pilze in Reihe

Wenn man von Candida redet, ist meistens Candida albicans gemeint, der sehr häufig den Darm besiedelt. Allerdings gibt es auch eine Menge anderer Pilzarten die den Darm parasitär besiedeln können. Andere Pilzarten kommen allerdings nicht so häufig vor.

In der Naturheilkunde wird dem Darmpilz ein höheres Gewicht beigemessen als in der Schulmedizin. Hier sage ich nur, „wer heilt hat recht“:

Sollte man den Verdacht hegen unter einem Darmpilz zu leiden, ist ein Hinzuziehen einer Fachperson sicher von Vorteil. Den Zusammenhang herzustellen zwischen gesundheitlichen Beschwerden und den Darmpilzen ist nicht immer einfach. Ein Zusammenspiel mit anderen Erkrankungen oder Belastungen ist meistens auszumachen. Beispielsweise begünstigt eine Schwermetallbelastung eine Infektion mit Darmpilzen.

D.h. der Zusammenhang eines Darmpilz und einer gleichzeitigen Schwermetallbelastung besteht oft. Hier muss unbedingt darauf geachtet werden, dass zuerst die Schwermetalle ausgeleitet werden. Lesen Sie dazu unseren Text über Schwermetalle. Diese Kombination von Pilz und Schwermetallen kommt vor!

Es macht auch keinen Sinn immer wieder Leber belastende synthetische Pilzhemmer einzunehmen, ohne das Grundproblem zu lösen. Sinnvoller ist es, den Mensch als Ganzes zu betrachten und versuchen zu eruieren, weshalb der Pilz sich immer wieder ausbreiten kann. Im Abschnitt Ursachen wird genauer darauf eingegangen.

Jedenfalls ist klar, dass ein Darmpilz immer mit einem geschwächten Immunsystem zusammenhängt. Das heisst eine Therapie konzentriert sich nie nur auf die Beseitigung des Pilzes mit Antimykotika (Antipilzmitteln), sondern zieht eine Darmsanierung und eine Stärkung des Immunsystems immer mit ein.

Symptome bei Candida

Die Symptomatik bei einem Darmpilzbefall ist sehr vielfältig. Oft geht eine solche Erkrankung mit einer Energielosigkeit einher, muss aber nicht. Diese Müdigkeit folgt oft nach einer Kohlenhydrat reichen Mahlzeit.

Folgende Symptome sind bei einer Darmpilzerkrankung möglich. Diese Symptomatik weicht von Mensch zu Mensch ab.

  • Kohlenhydrathunger, Müdigkeit, rheumatische Beschwerden, Verdauungsstörungen wie Blähungen, Kopfschmerzen, Schwindel, allgemein schwaches Immunsystem, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Hautbeschwerden usw.

Ursachen

Die Ursachen sind sehr mannigfaltig, schlussendlich kommt es aber immer auf eines hinaus, ein geschwächtes Immunsystem (wie in der Einleitung schon erwähnt).

Folgende Faktoren können dafür verantwortlich sein, einzeln oder kombiniert.

Schwermetallbelastung und andere Umweltgifte
Psychische Probleme und Stress
Elektrosmog
andere Infektionen, welche das Immunsystem schwächen (z.B. HIV)
Lebensmittelunverträglichkeiten
Lebensmittelintoleranzen
Ererbte oder erworbene Schwäche des Verdauungssystems, z.B. ungenügende Produktion von Bauchspeicheldrüsensekret
Ernährungsfehler (zuviel Kohlenhydrate und Genussgifte wie Alkohol, unausgewogene Ernährung mit zuwenig Vitaminen, Mineralstoffen, essentiellen Fettsäuren, Eiweissen)
Antibiotikatherapien oder Medikamente, welche das Immunsystem beeinflussen (Cortison etc.)
Eine Belastung mit Darmpilzen verursacht gleichzeitig weitere Probleme. So kann durch die Pilzinfektion leichter eine Nahrungsmittelunverträglichkeit entstehen. Auch haben es andere Infektionserreger leichter das Immunsystem zu überwältigen.

Diagnostik

Es gibt sehr viele verschiedene Diagnostikmethoden zum Nachweis eines Darmpilzes. Bei etwa zwei Drittel aller Gesunden lässt sich z.B. Candida albicans im Stuhl nachweisen. Das heisst, dass im Stuhl festgestellte Pilze nicht unbedingt darauf schliessen lassen, dass die Resultate klinisch relevant sind. Ausserdem können Stuhluntersuchungen unabsichtlich falsche Resultate zeigen, da der Pilz oft in „Nestern“ vorkommt und der Stuhlprobenuntersuch nur einen Teil des Stuhls umfasst.

Eine meiner Meinung nach sehr sinnvolle Untersuchungsmethode ist das Feststellen von D-Arabinitol im Urin. Diese Untersuchungsmethode hat mehrere Vorteile.

Die Menge des D-Arabinitols sagt etwas aus über das Ausmass des Pilzbefalls. Dadurch ist es möglich abzuschätzen, ob der Befall klinisch relevant ist. Folgende Pilze produzieren D-Arabinitol: Candida albicans, Candida tropicalis und Candida parapsilosis. Musterbefund D-Arabinitol
Die unangenehme Stuhlentnahme zuhause entfällt.

Manchmal kann eine Reaktion des Immunsystems auf Pilze stattfinden, ohne dass sich eine klinisch relevante Menge Pilze im Darm befindet. Dies geschieht insbesondere, wenn die Darmschleimhaut des Betroffenen geschädigt ist und ein Leaky Guts Syndrom (durchlässiger Darm) vorhanden ist. Dies festzustellen ist Aufgabe des Therapeuten oder Arztes.

Pilzinfektionen an anderen Körperstellen, können ein Hinweis auf einen Darmpilz sein. Zum Beispiel wiederkehrende Pilze im Intimbereich oder auf der Haut.

Behandlung

Eines vorweg, die Beseitigung eines Darmpilzes dauert seine Zeit. Sie müssen ca. mit einer Sanierungsdauer von 3 Monaten bis 1 Jahr rechnen. Dies hängt von den Ursachen ab, aber auch vom Allgemeinzustand des Immunsystems.

Ernährung

Der Einbezug der Ernährung in die Therapie ist unerlässlich. Es macht keinen Sinn, noch und noch Medikamente gegen den Pilz einzunehmen und gleichzeitig durch eine falsche Ernährung dem Darmpilz wieder Tür und Tor zu öffnen.

An erster Stelle steht eine Kohlenhydrat arme Ernährung. Das bedeutet, Verzicht auf Zucker, Fruchtzucker, süsse Früchte, Weissmehl, weisser Reis.

Massnahmen wie Verzicht auf alkoholische Getränke und Fertignahrungsmittel mit Konservierungsmittel und anderen ungünstigen Stoffen, dafür eine Ballaststoff reiche Ernährung sind nötig.

Weitere Massnahmen welche die Ernährung  betreffen, sollten mit dem Therapeuten besprochen werden.

Therapeutika zur Einnahme

Die Vielfältigkeit der pilzhemmenden Mittel oder allgemein unterstützende Heilmittel zur Einnahme, sind schier endlos. Wir führen eine abgestimmte Pilzkur, welche die Phase der Pilzvernichtung (Candida species) und Toxinbindung und Ausleitung miteinbezieht und die Phase der Wiederaufbaus der Darmflora. Die Abfolge der Kur ist genau aufeinander abgestimmt. Zeithorizont: 3 Wochen Pilzvernichtung, 3 Monate Aufbau des Darmmilieus. Fragen Sie uns danach per Telefon oder Mail. Diese Kur befindet sich aus Gründen des Heilmittelgesetzes nicht im Shop.

Als Beispiele können folgende Mittel genannt werden.

Pflanzenextrakte: Stärken das Immunsystem und hemmen Pilzwachstum
Pilztoxin-Binder
-z.B.Orgenaoöl
Darmbakterien zur Wiederaufforstung der Darmflora

usw.

So könnte diese Liste beliebig weitergeführt werden. Es macht Sinn, die Therapie individuell auf den Einzelnen zuzuschneiden.

Weitere Massnahmen

Neben der Ernährung und den pilzhemmenden Mittel gibt es noch weitere Massnahmen welche Sinn machen.
Zahnbürstenwechsel alle 3 Wochen. Die Zahnbürste sollte über Nacht in Teebaumöl mit Wasser verdünnt eingelegt werden.
Zahnpaste und Mundwasser sollten möglichst auf Basis von Teebaumöl sein. Z.B. Tebodont-Produkte.
Handtücher und Unterwäsche 90 Grad waschen.
Keine synthetischen Kleider tragen, v.a. Unterwäsche und Socken. Baumwolle eignet sich am besten.
Eventuell sollte der Partner mittherapiert werden.
Massnahmen wie Sport resp. Bewegung etc., sollten für ein gesundes und vitales Immunsystem auch miteinbezogen werden.

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