Evidenzbasierte Medizin kritisch betrachtet

Was ist Evidenzbasierte Medizin (EBV), was will sie?

Um dies beantworten zu können, müssen wir zuerst die Begrifflichkeit der EBV erklären. Evidenz steht für eine unbezweifelbare Einsicht, das heisst  etwas, was Evidenz basiert ist gilt quasi als „unantastbar“. Diese Evidenz stützt sich zum grossen Teil auf Sammlung von Labor-  oder Feldversuchen.  Man will also eine Behandlung erreichen, welche auf Objektivität und Wiederholbarkeit beruht.

Was kann sie?

EBV macht durchaus immer Sinn bei Problemstellungen, welche bei Ursachen und/oder Zusammenhängen die gleichen sind. Dies gilt insbesondere in der Chirurgie und der Notfallmedizin.

Wann ist die EBV problematisch?

Die EBV versucht  oft etwas zu standardisieren (Vereinheitlichung von Verfahrensweisen), welches nicht standardisiert werden kann. Wie will man etwas standardisiert behandeln, wenn die Ursachen für Erkrankungen verschieden sind, wenn es verschiedene Menschen mit anderem Stoffwechsel sind?  Ausserdem sitzen in Gremien, in denen der Standard für die EBV erarbeitet wird oft Einzelpersonen, welche mit Pharmafirmen verbandelt sind. Viele Ärzte halten sich an die EBV-Vorgaben weil sie bequem sind. Es wird genau vorgegeben was gemacht werden muss. Andere Ärzte halten sich vielleicht zu sehr an die EBV, weil sie dadurch rechtlich weniger angegangen werden können. Es braucht immer ein Abwägen ob der Arzt sich an die EBV halten soll oder nicht.

Kann man mit EBV Geld sparen?

Ziel der EBV ist ja die Qualität zu steigern und auch Geld zu sparen.  Ja, wenn Ursachen und Zusammenhänge die gleichen sind. Eher nein, wenn die Individualität missachtet wird.  Man geht davon aus, dass wenn man die Therapieabläufe und die Medikation standardisiert, sich auch die Kosten standardisieren lassen. Dies nützt jedoch nicht so viel, wenn durch diese Standardisierung eine nicht angebrachte Behandlung erfolgen würde. Die Behandlungskosten könnten dadurch steigen. Auch wenn der Verstand sagt, dass in diesem Fall keine OP oder Behandlung nötig ist, kann man es mit der EBV vielleicht noch knapp begründen.

Fazit

EBV hat seine Berechtigung, v.a. dort, wo Ursachen und/oder Zusammenhänge die gleichen sind. Ich selber bin froh wenn sich Ärzte auch immer auf ihre Erfahrungen, Intuition und unabhängige Institutionen stützen, als sich nur an die EBV festzuhalten.

Meiner Meinung nach eine gute unabhängige Institution findet sich auf: www.cochrane.org. Diese Institution versucht unvoreingenommen Empfehlungen zu treffen ohne, dass die Ärzte jede Studie lesen müssen.

Wir dürfen nicht vergessen, dass Medizin keine exakte Wissenschaft ist, vielmehr eine Kunst, eine Heilkunst.

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